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Supervision im Zeitalter des Deals

Mai 13 2018 Published by under Jürgen Kreft

Als Supervisor gehe ich davon aus, dass in Arbeitsprozessen Menschen miteinander kooperieren, die unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, Werte und Ziele verfolgen. Das ist auch gut so, weil die Differenzen produktiv genutzt werden können und die Organisation wach halten. Unterschiede sind gleichzeitig aber auch mögliche Auslöser für soziale Konflikte.

Insofern geht es nicht nur in Arbeitsprozessen sondern auch bei gesellschaftlichen Fragen immer auch darum, eine Konfliktkultur zu entwickeln und zu gestalten, die Differenzen benennt und akzeptiert, zu verstehen sucht und verhandelt. Diskussion, Verhandlung und Konsensbildung sind nicht zu ersetzende Bestandteile von demokratischen Entscheidungsprozesses.

Eine Verhandlung ist etwas anderes als ein „Deal“ – zumindest in unserem Sprachgebrauch. Der Duden schreibt: Deal, der

  1. /umgangssprachlich/ (zweifelhafte) Abmachung
  2. (a) /umgangssprachlich/ (zweifelhaftes) Geschäft (b) /Jargon/ Geschäft, bei dem mit (kleinen Mengen) Rauschgift gehandelt wird.

Bei dem, was man aktuell auf der internationalen politischen Bühne beobachten kann, denkt man häufiger an Druck und Erpressung als an Verhandlung. Es geht darum einen guten „Deal“ zu machen – auch und gerade dann, wenn man bereits verbindlich gemachte Absprachen aufkündigt.

Wenn dies Schule macht, wird es für supervisorische Interventionen schwer. Bleibt die Hoffnung, dass sich Konflikte dauerhaft nicht durch Unterwerfung bewältigen lassen. (j.k.)

 

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