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Supervision in unruhigen Zeiten – FiS-Supervisionstage vom 14.-15. April 2018 in Münster

Jan 03 2018 Published by under Jürgen Kreft

Die Zeiten sind unruhig geworden, unser Lebenstempo wird durch neue technische Möglichkeiten erheblich beschleunigt, die Formen von Arbeit und auch von Kommunikation verändern sich, sie destabilisieren Institutionen und Traditionen. Immer mehr  Lebensbezüge werden durch Markmechanismen reguliert.  Kulturelle Vielfalt erweitert sich.

Während sich das „Außen“ rasant verändert und die Gesellschaft komplexer wird, erleben die meisten Menschen ihr „Innen“ als eigentümlich langsam oder zögerlich.   Ängste angesichts von Modernisierungsprozessen  führen ganz offensichtlich zur Beharrung oder zu rückwärtsgewandten Vereinfachungsstrategien, von denen Menschen sich eine psychische Stabilisierung erhoffen. Angesichts von Abstiegsängsten und schwierigen sozialen Konflikten steht  die klassische soziologische Frage danach, was die Gesellschaft  denn zusammenhält, offenbar wieder auf der Agenda.

Unsere supervisorische Praxis wird von diesen Veränderungen alltäglich erfasst und nicht selten sind wir als Supervisoren und Supervisorinnen in ähnlicher Weise verunsichert wie diejenigen, die auf der Suche nach Begleitung und Unterstützung zu uns kommen. Sozialwirtschaftliche Organisationen stehen unter starkem Wettbewerbsdruck, das Funktionieren rückt  in den Vordergrund und  den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlt  die Zeit für eine innere Verarbeitung. Vor diesem Hintergrund  stellen sich Fragen an das supervisorische Konzept  möglicherweise schärfer und eindringlicher.

Die Supervisionstage 2018  wollen Impulse geben,  den eigenen professionellen  Kompass im Gespräch mit anderen vielleicht neu zu justieren und auf neue Herausforderungen einzustellen. Drei zentrale Vorträge sollen dazu Anstöße geben:

  • Gesellschaft und Psyche – eine schwierige Beziehung Prof. Dr. Johann August Schülein (Wien)
  • Selbstreflexion – Überlegungen zum Blick der Supervisandinnen und Supervisanden auf sich selbst Prof. Dr. Bernadette Grawe (Warburg)
  • Mit und ohne Couch – zur klinischen und außerklinischen Bedeutung der Psychoanalyse Prof. Dr. Zwiebel (Kassel)

Informationen zur Tagung finden sich auf der Website www. fis-supervision.de (j.k.)

 

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