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Die Qualität des Marktes oder: Die Liberalisierung des Marktes ist ihr Gegenteil

Okt 07 2016 Published by under Robert Maxeiner

Die Frage scheint banal, aber was ist dies eigentlich nach heutiger Definition, ein Markt? Global betrachtet ist auch nicht von einem, sondern von dem Markt die Rede, als sei nur noch einer übrig geblieben. Lassen sich die Produkte, welche auf diesem Markt verkauft werden, und die wir als Konsumenten oder Verbraucher erstehen, vergleichen? Die Waren, die wir erwerben, waren, bevor wir sie käuflich erstehen können, bereits einem Konkurrenz- und Verteilungskampf ausgesetzt. Möglicherweise sind sie gar nicht angefertigt worden, weil sich ihre Herstellung, auch auf Grund ihrer (guten) Qualität, gar nicht lohnte, denn Qualität ist bekanntlich teuer in der Herstellung. Oder eine größere Firma mit minderwertigen Produkten hat eine kleinere Firma mit hochwertigen Produkten aufgekauft, um ihre minderwertigen Produkte besser verkaufen zu können. Wenn Neoliberale also davon sprechen, dass sich der Markt durchsetzen wird, soll sich dies so anhören, als handelte es sich um die Qualität des Produktes, das sich durchsetzen würde. Man könnte aber auch zu dem Schluss gelangen, dass dieser Markt schon vorher so manipuliert wurde, dass es gar keiner mehr ist. Der Wettbewerb bezieht sich, wenn es denn einer sei, nicht wie auf einem herkömmlichen Markt oder einem Bazar auf die Qualität des Produktes, sondern auf die Finanzstärke des Unternehmens. Folglich ist der Markt gar keiner, sondern es handelt sich um ein Finanzgeschäft. Die Vielfalt bezieht sich auf die Produktnamen und deren Marktwert, weniger auf die Produkte selbst, während die tatsächliche Differenzierung bei den Käuferschichten stattfindet. Kennen Sie einen Arbeitslosen, der sich einen neuen Porsche oder Mercedes leisten kann? Die Vertreter dieses Marktes suggerieren, es ginge darum, die Wirtschaft, den Markt zu stärken und frei fließen zu lassen. Stattdessen höhlen sie ihn systematisch aus und schwächen ihn damit nachhaltig, indem er denkbar kontrolliert und unfrei fließt. Den Schaden haben wir Verbraucher, indem wir auf dem Markt nur die Produkte erstehen können, welche der Finanzbranche Gewinne verspricht, immer häufiger manipulierte, gesundheitsschädigende und von minderer Qualität. Deshalb bevorzuge ich, was Lebensmittel angeht, Wochenmärkte mit Produkten vom Erzeuger.

Der Supervisionsmarkt erweitert sich auch durch neue Produkte, Formate genannt. Wenn in anderen Branchen bereits der rein technische und methodische Charakter vertuscht werden soll, brüsten sich die Vertreter dieser gern mit Technikbezeichnungen und Anglizismen. Konzept oder Theorie, das klingt doch trocken und nach Schule. Wann versteht sich Supervision nur noch als Mittel zum Zweck? Und was ist der Zweck? Womöglich die weitere Liberalisierung des Marktes? (RoMa)

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