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Deutsche Gesellschaft für Supervision und marktkonforme Trends

Jul 28 2016 Published by under Robert Maxeiner

Die DGSv wirbt dafür, sich in Deutsche Gesellschaft für Supervision und Coaching umzubenennen. Ich halte es für ein gutes, demokratisches Prinzip, uns Mitglieder zu befragen, ob wir dies wollen oder nicht. Angeblich habe sie sich schon ab 1989 im Bereich der Entwicklung von Coaching eingebracht. Daran kann ich mich als Gründungsmitglied, der sich in den Anfangsjahren an der Entwicklung der DGSv beteiligt hat, nicht erinnern. Vielmehr etablierte sich Coaching hauptsächlich in Profit-Unternehmen, quasi als Gegenmodell zur DGSv, die zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend im Sozialbereich engagiert war, wo weniger hohe Honorare bezahlt wurden. Später versuchte sie, bei diesem Geschäftsmodell aufzuspringen.

Ich habe Coaching immer als eine Form von Supervision verstanden und jeweils in den Kontrakten ausgehandelt, was denn genau die Unterschiede zur Supervision als einer Form von Praxisreflexion ausmachen sollten. Hatte ich den Eindruck, die Ziel- und/oder Verhaltensvorgaben behindern die Reflexion der aktuellen Arbeitspraxis der Supervisanden – ich nenne sie noch immer und weiterhin so – oder vermeiden diese, habe ich den Auftrag abgelehnt. So ist mir nicht nur manches lukrative Geschäft entgangen, ich brauchte mich auch nicht mit einigem neoliberalen Unsinn zu befassen.

Das Vorhaben einer Namensänderung treibt meines Erachtens das seit Jahren praktizierte Bauchladenprinzip der DGSv – wir machen bei jedem neuen Markttrend auf dem Beratungsmarkt mit – auf die Spitze. Der Qualität von Supervision wird dies schaden. Außerdem lässt sich an den Skandalen namhafter Großkonzerne ablesen, dass diese nicht an Praxisreflexion oder irgendeiner Form von Aufklärung interessiert sind.

Aus diesen Gründen plädiere ich dafür, beim alten Namen zu bleiben. (RoMa)

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