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Plutokratie

Mrz 30 2016 Published by under Robert Maxeiner

Als Plutokratie bezeichnet man trivial die Herrschaft des Geldes. Da Geld nicht herrschen kann, sind es die Besitzenden und ihr bezahltes Gefolge, allen voran die Lobbyisten. Plutokratie ist eine Erscheinungsform der Oligarchie (Herrschaft von Wenigen). Da sie sich gut mit einer formalen Demokratie nicht vereinbaren, sondern verbinden oder neudeutsch “dealen” lässt, braucht es keine Revolution und auch keinen Staatsstreich, um sie einzuführen.

In einer Plutokratie wird bei politischen Entscheidungen nicht zuerst danach gefragt, ob sie sinnvoll, sondern ob sie finanzierbar seien. Wer nicht so denkt oder handelt, gilt als nicht regierungsfähig. Man braucht zu diesem Zweck noch nicht einmal Wählerstimmen zu kaufen, man stellt den politischen Gegner einfach wirtschaftlich kalt, und damit hat er medial auch kaum Chancen, populär zu werden, und wer nicht populär ist, ist auch nicht wählbar. Deshalb braucht der politische Gegner zuerst einmal, wenn überhaupt, keine starken Argumente, sondern er muss auf die Showbühne. Dabei scheitert ein Großteil, denn viele Befürworter der Demokratie und Gegner der Plutokratie mögen zwar gute Argumente haben, aber mit dem Populärwerden kennen sie sich nicht aus.

Populistisch dürfen sie auch nicht agieren, was nicht weit davon entfernt ist, populär zu werden. (Und mit illegalen Drogen dürfen sie sich schon gar nicht erwischen lassen.) Populistisch darf, sollte unbedingt nur die/der sein, welche-r schon populär ist. Womöglich muss sie/er es sogar, um populär zu bleiben. Sollte es der /dem Plutokratiegegner-in trotzdem gelingen, bekannt zu werden, verpasst man ihm oder ihr eine schlechte Presse oder diffamiert sie/ihn, indem man am besten etwas Halbgares, Unkorrektes, Unmoralisches aus dem Privatleben ausgräbt und populistisch vermarktet.

Ich sollte zum Beispiel die Bezeichnung „Plutokratie“ gar nicht verwenden, weil die Nazis dagegen gewettert haben, und diesen Begriff damit unkorrekt beschmutzt haben. Auch wenn ich völlig anders mit diesem Begriff, ohne ihn falsch zu definieren, argumentiere, bin ich selbst schuld, wenn ich in die falsche Schublade gesteckt werde. Auch sollte ich nicht einfach etwas behaupten, wie anerkannte Populisten dies gerne tun. Wenn sie zum Beispiel etwas nicht wollen, sagen sie einfach, es sei nicht konkurrenzfähig oder noch besser, nicht zukunftsfähig. Ich müsste also meine Behauptung, wir näherten uns gefährlich einer Plutokratie, im Gegensatz zu einem Populisten, denn ich bin keiner und will keiner sein, differenziert und mit Beispielen belegen. Dies wird aber langweilig, und womöglich will es kaum Jemand lesen. Aber unser Blog läuft ohnehin keine Gefahr, eine Bedrohung für die Herrschenden darzustellen. Da ist die AfD nach drei Landtagswahlen schon besser dran. Die finde ich richtig gefährlich, weil sie nicht nur braune Unholde, sondern auch rassistische Spießbürger und Plutokratiehelfer in braunen Nadelstreifen in ihren Reihen hat. Die dürfen dies aber nicht öffentlich bekennen, sonst fliegen sie raus, denn das Logo muss sauber und rein sein, was drin ist im Parteiprogramm und in den Köpfen kommt später. Hoffentlich behauptet die AfD nicht, die Erde sei eine Kugel, sonst könnten Schlauberger nicht nur von der CSU auf die Idee kommen, sie sei eine Scheibe. (Roma)

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