Archive for November, 2012

Diversität und Zusammenarbeit

Nov 25 2012 Published by under Jürgen Kreft

Diversität und Diversity-Management sind in aller Munde. Verbunden wird damit ein bisher noch uneingelöstes Versprechen: mehr Kreativität und  Effizienz in Arbeitsteams, höhere Innovations- und damit Wettbewerbsfähigkeit und am Ende auch eine größere Arbeitszufriedenheit. Wer häufig mit Teams arbeitet, weiß um die Klippen gelingender Zusammenarbeit. Zu glauben, dass sich allein durch einen bunten Mix von Ausländern und Inländern, Männern und Frauen, Theoretikern und Praktikern, jung und alt das Miteinander in der Arbeit quasi automatisch verbessert, scheint mir zu optimistisch.

Die Vorstellung gelingender Zusammenarbeit, darauf macht Richard Sennett aufmerksam, leidet unter dem Missverständnis, sie sei in erster Linie auf Konsens angewiesen. Angesichts der Vorstellung seines neuen Buches „Zusammenarbeit“ (Hanser Berlin 2012) auf der Frankfurter Buchmesse erläutert Richard Sennett in einem Interview mit der taz, dass es viel wichtiger sei, zu klären wie Menschen in Verbindung bleiben können, selbst wenn sie keinen Konsens erzielen.

Um in Verbindung zu bleiben ist es weniger wichtig, so deutet er an, für mein Gegenüber Sympathie zu empfinden. Entscheider ist es, die Empathie für den anderen nicht zu verlieren: „Sympathie führt zu Identifikation. Empathie ist eine kühlere Haltung anderen gegenüber. Man fragt sich eher, was einen an den Worten der anderen interessiert, ohne sich gleich mit ihnen zu identifizieren.“ (literataz, 10.10.2012, Seite 15)

Das macht doch vor dem Hintergrund von Diversity-Management Sinn: die Differenz anerkennen, den Unterschied zwischen dir und mir wahrnehmen und gleichzeitig neugierig bleiben, was die anderen antreibt, was sie bewegt. Dazu wird es notwendig sein zu lernen, mit sozialer Distanz umzugehen. Damit dies nicht zu sozialer Kälte – oder etwas kleiner: Einsamkeitserfahrungen im Team – führt, braucht es Empathie als Korrektiv.

Übrigens: Die DGGO widmet sich auf ihrer 15. öffentlichen Fachtagung vom 13. bis 15. Juni 2013 in Freiburg dem Thema „Diversity in Teams und Organisation“. Das klingt interessant. (j.k.)

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Der Anfang…

Nov 23 2012 Published by under Jürgen Kreft

… ist wichtig – und immer ein wenig schwierig. Wenn sich der Vorhang zum ersten Mal öffnet, ist vieles möglich. Mit dem ersten Erscheinen auf der Bühne reduzieren sich die Möglichkeiten sofort.

Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet. (Kafka der Prozess)

Das Unheil nimmt seinen Lauf von Beginn an. Es geht natürlich auch weniger dramatisch. Aber stimmt das wirklich?

Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Russland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. (Musil, Der Mann ohne Eigenschaften)

Auch im Kontakt zwischen Supervisor und Supervisand bzw. des dahinterstehenden Vertreters der Organisation wird schon in der ersten Begegnungen die eigene Haltung sichtbar: verhalte ich mich als kundenorientierter Dienstleister, als Bewerber für eine zeitlich begrenzte Aufgabe – oder kann ich meine forschende und nachdenkliche Sichtweise von Beginn an verdeutlichen.

Ganz so schwer muss man es aber auch nicht machen. Gerade in der letzten Zeit entscheiden sich viele Fußballspiele nach einer langen Abtastphase, in der vieles schematisch anmutet, erst in der Nachspielzeit. ( j.k.)

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Impressum

Nov 11 2012 Published by under Impressum

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