Archive for the 'Jürgen Kreft' Category

Noch einmal*: “postfaktisch”

Jul 08 2018 Published by under Jürgen Kreft

Es ist schon eine geraume Weile her, da  kürte die Deutsche Gesellschaft für deutsche Sprache das Adjektiv „postfaktisch“ zum Wort des Jahres – und man konnte die Hoffnung haben, dass man es damit irgendwie unbenutzbar gemacht hätte. Dem ist aber nicht so.

Weder das Adjektiv ist verschwunden noch das Phänomen, das es zu beschreiben versucht. Aber auch über Letzteres gibt es keine konsensfähige Sichtweise. Jenseits von „anything goes“ oder „alle Wahrnehmung ist subjektiv“ geht es für mich um eine Haltung, die Fakten einfach nicht zur Kenntnis nehmen will, und sich und andere damit betrügt. Dies kennen wir auch aus unserer supervisorischen Arbeit.

Während in distanzierter Betrachtung – und diese versuchen wir als Supervisor*innen immer wieder einzunehmen – die Fakten deutlich aufscheinen, hindert ein Widerstand unsere Supervisand*innen, dies wahrzunehmen. Die Überzeugung, mit den eigenen Sichtweisen im Recht zu sein oder es selbst besser zu wissen, schützt das Selbstwertgefühl und trübt die Wahrnehmung. Im gesellschaftlichen Bereich erleben wir ähnliches bei Politikern mit größenwahnsinnigen Einstellungen.

Es ist immer eine ziemliche Herausforderung – sowohl in individueller wie gesellschaftlicher Perspektive – sich um Wahrheit zu bemühen und sich ihr anzunähern. (j.k.)

_________________________________________

*RoMa, August 2017

Kommentare deaktiviert

Supervision im Zeitalter des Deals

Mai 13 2018 Published by under Jürgen Kreft

Als Supervisor gehe ich davon aus, dass in Arbeitsprozessen Menschen miteinander kooperieren, die unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse, Werte und Ziele verfolgen. Das ist auch gut so, weil die Differenzen produktiv genutzt werden können und die Organisation wach halten. Unterschiede sind gleichzeitig aber auch mögliche Auslöser für soziale Konflikte.

Insofern geht es nicht nur in Arbeitsprozessen sondern auch bei gesellschaftlichen Fragen immer auch darum, eine Konfliktkultur zu entwickeln und zu gestalten, die Differenzen benennt und akzeptiert, zu verstehen sucht und verhandelt. Diskussion, Verhandlung und Konsensbildung sind nicht zu ersetzende Bestandteile von demokratischen Entscheidungsprozesses.

Eine Verhandlung ist etwas anderes als ein „Deal“ – zumindest in unserem Sprachgebrauch. Der Duden schreibt: Deal, der

  1. /umgangssprachlich/ (zweifelhafte) Abmachung
  2. (a) /umgangssprachlich/ (zweifelhaftes) Geschäft (b) /Jargon/ Geschäft, bei dem mit (kleinen Mengen) Rauschgift gehandelt wird.

Bei dem, was man aktuell auf der internationalen politischen Bühne beobachten kann, denkt man häufiger an Druck und Erpressung als an Verhandlung. Es geht darum einen guten „Deal“ zu machen – auch und gerade dann, wenn man bereits verbindlich gemachte Absprachen aufkündigt.

Wenn dies Schule macht, wird es für supervisorische Interventionen schwer. Bleibt die Hoffnung, dass sich Konflikte dauerhaft nicht durch Unterwerfung bewältigen lassen. (j.k.)

 

Kommentare deaktiviert

Noch einmal: Supervision in unruhigen Zeiten

Mrz 13 2018 Published by under Jürgen Kreft

Was genau meinen wir, wenn wir von unruhigen Zeiten sprechen?

Unsere Kanzlerin spricht angesichts fallender Börsenkurse von Koalitionsverhandlungen in unruhigen Zeiten und die Daimler AG wappnet sich mit glänzender Bilanz gegen unruhige Zeiten. Wenn die Kinder unruhig sind oder wir auf unruhigen Meeren segeln, befinden wir uns in einem Zustand ständiger unsere Ruhe störender Bewegung. Der unruhige Schlaf und der unruhig laufende Motor verweisen auf Störungen und Unterbrechungen.

Was stört und unterbricht unsere Ruhe in der Arbeitswelt? Da ist zum Einen der extreme Veränderungsschub durch die Digitalisierung, der Arbeitsplätze vernichtet, viele gewachsene berufliche Routinen radikal verändert, Arbeitszeiten räumlich und zeitlich flexibilisiert und nicht zuletzt gesellschaftliche Folgen initiiert, die kaum abzuschätzen sind. Das Smartphone in der Hand bestimmt unser Leben und verbindet uns über die virtuelle Nabelschnur des World Wide Net und mit allem und jedem.

Was ist es, was unser gesellschaftliches Leben so nervös und lärmend gemacht hat? Anscheinen sind wir uns nicht mehr sicher, ob wir unsere Grenzen für Handel, Ideen und Menschen offen halten sollen oder ob nationale Gemeinschaften das Recht haben, sich abzuschotten. Zunehmend verständnislos stehen sich kosmopolitische und national denkende oder libertär und traditionell denkende Bevölkerungsgruppen gegenüber.  Welchen Menschen müssen wir uns moralisch verpflichtet fühlen: allen oder nur jenen, die sich innerhalb der engen Grenzen des Nationalstaates bewegen? Die alte Konfliktlinie zwischen „links“ und „rechts“ scheint zu verwischen.

Liberale Demokratien scheinen sich in einer Autoritätskrise zu befinden. Institutionen werden nicht mehr als bindend anerkannt und Expertise wird ignoriert. Viele Bürger haben genug von Experten und stellen sich gegen deren Urteil. In der Brexit-Entscheidung der Briten aus dem Jahre 2016 zeigt sich auf exemplarische Weise, wie die Einschätzungen von Experten kein Gehör mehr finden. Alles nur fake news? Unsere Tätigkeit als Beraterinnen und Berater trifft dies direkt.

Mit Blick auf die unruhigen Zeiten wollen die Supervisionstage 2018 Impulse geben, den eigenen professionellen  Kompass im Gespräch mit anderen vielleicht neu zu justieren. (j.k.)

Informationen zur Tagung http://fis-supervision.de/wp-content/uploads/2017/11/FiS-Supervisionstage_2018.pdf

Kommentare deaktiviert

Supervision in unruhigen Zeiten – FiS-Supervisionstage vom 14.-15. April 2018 in Münster

Jan 03 2018 Published by under Jürgen Kreft

Die Zeiten sind unruhig geworden, unser Lebenstempo wird durch neue technische Möglichkeiten erheblich beschleunigt, die Formen von Arbeit und auch von Kommunikation verändern sich, sie destabilisieren Institutionen und Traditionen. Immer mehr  Lebensbezüge werden durch Markmechanismen reguliert.  Kulturelle Vielfalt erweitert sich.

Während sich das „Außen“ rasant verändert und die Gesellschaft komplexer wird, erleben die meisten Menschen ihr „Innen“ als eigentümlich langsam oder zögerlich.   Ängste angesichts von Modernisierungsprozessen  führen ganz offensichtlich zur Beharrung oder zu rückwärtsgewandten Vereinfachungsstrategien, von denen Menschen sich eine psychische Stabilisierung erhoffen. Angesichts von Abstiegsängsten und schwierigen sozialen Konflikten steht  die klassische soziologische Frage danach, was die Gesellschaft  denn zusammenhält, offenbar wieder auf der Agenda.

Unsere supervisorische Praxis wird von diesen Veränderungen alltäglich erfasst und nicht selten sind wir als Supervisoren und Supervisorinnen in ähnlicher Weise verunsichert wie diejenigen, die auf der Suche nach Begleitung und Unterstützung zu uns kommen. Sozialwirtschaftliche Organisationen stehen unter starkem Wettbewerbsdruck, das Funktionieren rückt  in den Vordergrund und  den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fehlt  die Zeit für eine innere Verarbeitung. Vor diesem Hintergrund  stellen sich Fragen an das supervisorische Konzept  möglicherweise schärfer und eindringlicher.

Die Supervisionstage 2018  wollen Impulse geben,  den eigenen professionellen  Kompass im Gespräch mit anderen vielleicht neu zu justieren und auf neue Herausforderungen einzustellen. Drei zentrale Vorträge sollen dazu Anstöße geben:

  • Gesellschaft und Psyche – eine schwierige Beziehung Prof. Dr. Johann August Schülein (Wien)
  • Selbstreflexion – Überlegungen zum Blick der Supervisandinnen und Supervisanden auf sich selbst Prof. Dr. Bernadette Grawe (Warburg)
  • Mit und ohne Couch – zur klinischen und außerklinischen Bedeutung der Psychoanalyse Prof. Dr. Zwiebel (Kassel)

Informationen zur Tagung finden sich auf der Website www. fis-supervision.de (j.k.)

 

Kommentare deaktiviert

Flüchtlings”krise”?

Apr 22 2016 Published by under Jürgen Kreft

Aus unserer supervisorischen Arbeit wissen wir, dass Konflikte sich nicht ausschließlich aus widersprechenden Positionen speisen. Häufig sind im Hintergrund Rahmungen oder Deutungsmuster wirksam, die nur ausgewählte Facetten als Problem in den Blick nehmen. Die Rahmungen – oder „Frames“ (E. Goffman 1974) – bestimmen, was als Problem definiert wird. Unterfüttert mit impliziten und zumeist unbewussten moralischen Bewertungen werden aus den Problemdefinitionen unverrückbare Positionen. Was als Lösung infrage kommt, ist damit deutlich eingeschränkt.

In der Flüchtlingsdebatte kann man dies exemplarisch beobachten. Um was geht es eigentlich: um wirtschaftliche oder verwaltungstechnische Herausforderungen, um Diversität oder Leitkultur, universelle Menschenrechte oder strafrechtliche Fragen zu Immigration und Integration? Die mitunter heftigen medialen Auseinandersetzungen berühren sich kaum noch und werden dafür immer hysterischer und lauter.

Um differenzierte Sichtweisen zu entwickeln, bräuchte es Zeit. Ich bin aber skeptisch, ob diese zur Verfügung steht. Denn bereits das Reden über eine Flüchtlings“krise“ stellt eine Rahmung dar, die implizit die Notwendigkeit schneller Lösungen transportiert. Die Zeit, sich über mittel- und langfristige Handlungsalternativen zu verständigen, scheint zu fehlen. (j.k.)

Kommentare deaktiviert

Scheitern – kein Tabu mehr!?

Nov 27 2015 Published by under Jürgen Kreft

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass man wieder über das Scheitern reden darf? Den Anfang machte die Hamburger Kunsthalle 2013 mit ihrer Ausstellung „Besser Scheitern“. Im Frühjahr dieses Jahres folgte das Literaturhaus Stuttgart mit einem „Festival des Misserfolgs“, im Oktober titeln Spiegel Online und das Manager Magazin „Schöner Scheitern“ und gerade ist in Mannheim eine internationale Tagung zum Thema „The Failed Individual“ zu Ende gegangen. Und nun zieht auch die Zeitschrift Supervision mit einem Themenheft „Scheitern“ nach

Ist damit Richard Sennet, der in seinem „Flexiblen Menschen“ (1989) Scheitern als das große Tabu unserer Gesellschaft und unserer Zeit bezeichnet hat, widerlegt? Es wird aktuell viel über das Scheitern geredet – aber zumeist in einer bestimmten Art und Weise. Über das Misslingen lässt sich leichter reden, wenn man es als einen Zwischenstopp betrachtet, der sich retrospektiv in eine Erfolgsgeschichte umdeuten lässt – wie Phönix aus der Asche. Natürlich kann man Scheitern, aber man muss weitermachen und daraus lernen. Wenn man nicht aufpasst, ordnet sich das Scheitern so nahtlos in eine Leistungs- und Selbstoptimierungslogik ein. Aber wenn es um mehr geht, als einen vorübergehender Misserfolg, und wir uns in unserem Selbstverständnis angegriffen fühlen, geht die Motivationsrhetorik am Kern vorbei.

Das menschliche Leben und Arbeiten lässt sich nicht vollständig dem „Diktat der Positivität“ (Byung Chul Han) unterwerfen. Negative Erfahrungen sind schmerzhaft, aber nicht zu vermeiden. Sie halten uns in Spannung und lebendig.

P.S. Das Heft „Scheitern“ der Zeitschrift Supervision (3/2015) ist sehr lesenswert. (j.k.)

Kommentare deaktiviert

Gesundheit

Aug 13 2015 Published by under Jürgen Kreft

Die Zahlen sind bekannt und werden öffentlich diskutiert: Der Krankenstand in deutschen Unternehmen ist hoch und mittlerweile lassen sich 14,6%  der Krankschreibungen auf psychische Erkrankungen und Erschöpfung am Arbeitsplatz zurückführen. Das ruft das betriebliche Gesundheitsmanagement auf den Plan. Die aktuellen Schlagworte lauten: Work-Life-Balance, Burn-out- und Stressprophylaxe, gesundheitsfördernde Führungsleitlinien, Förderung der Resilienz.

Es spricht wenig dagegen, gesund zu leben und für sich zu sorgen – auch und nicht zuletzt auf der Arbeit. Aber zu häufig wird vergessen, die Ursachen in den Blick zu nehmen. Dann wird die Stressprophylaxe zur Optimierung der Anpassungsfähigkeit. Die Zumutungen der schönen neuen Arbeitswelt prallen an den entspannungserprobten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ab.

Wenn Supervisoren Resilienztrainings anbieten, sollten sie aufmerksam darauf schauen, ob es nicht erneut um ein Optimierungsprogramm für den perfekten Mitarbeiter geht. Zur Erinnerung: Resilienz – laut Duden die psychische Widerstandskraft und Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen – beschreibt  ursprünglich die Fähigkeit eines Werkstoffes, auf Störungen, die von außen auf ihn einwirken, unbeschadet reagieren zu können. Als physikalische Eigenschaft eines Stoffes in einer gefährlichen Umwelt mag dies wichtig sein. In der Arbeitswelt müsste auch an größeren Schrauben gedreht werden. (j.k.)

Kommentare deaktiviert

An der Schnittestelle von Kunst und Sozialforschung …

Jun 15 2015 Published by under Jürgen Kreft

… bewegen sich die Arbeiten von Koki Tanaka. Der 1975 in Tochigi (Japan) geborene Künstler initiiert weltweit auf kluge Weise kollektive Aktionen, in denen die Mitwirkenden darauf angewiesen sind, sich auszutauschen und Regeln der Zusammenarbeit zu entwickeln. Was geschieht, wenn wir aufgefordert werden, mit neun Kolleginnen und Kollegen einer Frau die Haare zu schneiden, zu fünft ein Gefäß zu töpfern oder an einem Klavier gemeinsam zu improvisieren? Entsteht so etwas wie „Gemeinsinn“?

Oder: wie verhalten wir uns in Ausnahmesituationen? Was tun wir, wenn die Lage „prekär“ wird, technische und soziale Systeme versagen und wir zusammen mit anderen etwas lösen müssen oder vielleicht auch an der Herausforderung scheitern können?

„Auf gewisse Art und Weise“ so fasst Koki Tanaka es in einem Interview zusammen, „haben alle Aktionen, die ich organisiere, damit zu tun, wie wir unsere Erfahrungen mit anderen teilen können. Wir sind alle verletzbar, wenn wir mit anderen konfrontiert werden, mit denen wir nichts teilen können. Aber wir versuchen immer, anderen etwas zu vermitteln.“

Koki Tanaka ist Künstler des Jahres 2015 der Deutschen Bank – ja, ja ich weiß, das sind die mit den Skandalen. Die Ausstellung in Berlin ist leider schon beendet aber das Internet hilft: www.kktnk.com (j.k.)

Kommentare deaktiviert

Resonanz und Schule

Nov 16 2014 Published by under Jürgen Kreft

Das Leben gelingt, wo unser Verhältnis zur Natur und den anderen Menschen als resonant erfahren wird. Was passiert, wenn man mit diesem Fokus auf das gegenwärtige Schulsystem blickt? Genau dies versucht Hartmut Rosa in der Wochenendausgabe der TAZ vom 15./16.11.2014.

Wenn die These zutreffend ist, dass Bildungsprozesse nur dort gelingen, wo es zur Ausbildung von Resonanzachsen kommt, steuert unser Schulsystem ziemlich eindeutig im Sinne der bestehenden sozialstrukturellen Differenzierung: ein potentieller Resonanzraum für bildungsbürgerlich vorgeprägte Kinder und eine tendenzielle Entfremdungszone für Kinder aus bildungsfernen Schichten.

Die große pädagogische Herausforderung besteht mithin darin, die eigenwilligen und ungewohnten Resonanzsphären der benachteiligten Jugendlichen – „vom Fitnessstudio über das Shoppingcenter zur Wrestling, zum Moshpit und zum Tattoo-Studio“ (Rosa) – ernst zu nehmen, ohne die Kritik der vorherrschenden gesellschaftlichen Resonanzverhältnisse zu vernachlässigen. Das wird nicht einfach. (j.k.)

Kommentare deaktiviert

Wie kommt das Neue in die Welt?

Okt 10 2014 Published by under Jürgen Kreft

In vielen Supervisionsprozessen fällt immer wieder auf, wie schwer es für Einzelne, Teams und Organisationen ist, etwas Neues gegen den gelebten Alltag zu denken und auf den Weg der Umsetzung zu bringen. Manchmal tauchen Ideen spontan und wie zufällig auf und lassen sich mit etwas Geschick und Glück entwickeln und konkretisieren. Nun wäre es doch interessant, Kriterien zu identifizieren, die dem Zufall auf die Sprünge helfen? Welche Rahmenbedingungen sind hilfreich, wenn man die für Veränderungsprozesse so wichtigen neuen Ideen produzieren möchte? Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) hat in einem 7jährigen Projekt untersucht, ob sich kulturelle Quellen von Neuheit identifizieren lassen. Dabei sind sie auf 5 Kulturtechniken gestoßen, die das Auftauchen von Neuem begünstigen:

  • Abgrenzen der Räume: Die Prozesse, in denen die kreativen Suche stattfinden sollen, müssen abgegrenzt sein und und den Akteuren einen ständigen Einschätzungs- und Kommentarfluss ermöglichen.
  • Suspendierung von Routinen: Für die Entwicklung von neuen Ideen ist ausschlaggebend, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran gehindert werden, die üblichen Ziele anzusteuern. In Krisen und Ausnahmezustände geschieht dies – zumeist angestoßen von äußeren Faktoren – gezwungener Maßen. Weniger bedrohlich und zeitlich befristet können künstlerische Interventionen den Alltag und die Routine unterbrechen.
  • Kuratieren von Umständen der Zusammenarbeit: Die Koordination von selbstständigen Akteuren ist schwierig und bedarf einer gezielten Gestaltung. Kuratoren aus dem Ausstellungs- und Theaterwesen verfügen über eine große Erfahrung im Schaffen von Räumen der Begegnung und Vermittlung.
  • Wertübertragungen zwischen gesellschaftlichen Bereichen: Jedes Neue hat in seinem Bereich einen Wert, der in andere gesellschaftliche Bereiche übertragen werden kann. Dazu braucht es Übersetzungsarbeiten.
  • Techniken des Auf- und Abwertens: Neue Ideen verschwinden schnell wieder, wenn es nicht gelingt, sie Aufzuwerten. Möglichkeiten dazu bietet die Verknüpfung mit (moralischen) Werten, Personen, Institutionen oder auch Geschichten

Diese Ausgangsbedingungen – so das WZB – bilden eine Ressource, aus der Neues geschöpft werden kann, vollständig kontrollieren lässt es sich nicht. Wer zu den einzelnen Punkten Näheres erfahren möchte, schaue unter http://www.wzb.eu/de/publikationen/wzb-mitteilungen/wzb-mitteilung/145 (j.k.)

Kommentare deaktiviert

Next »